Claude Prompts für Angebote schreiben: 7 Vorlagen (2026)
Wenn du als Selbständige oder kleines Unternehmen jede Woche mehrere Angebote verfasst, ist das der größte Hebel, den KI dir geben kann: Ein gutes Angebot dauert ohne Vorlage 30 bis 60 Minuten. Mit einem erprobten Claude-Prompt bist du in 5 Minuten durch.
Dieser Artikel liefert dir 7 getestete Prompt-Vorlagen, die für unterschiedliche Angebotsarten funktionieren — vom einfachen Dienstleistungsangebot bis zum Projekt mit 15 Seiten. Jeder Prompt kommt mit Beispiel, Anpassungshinweisen und den typischen Fehlerquellen.
Warum gerade Claude für Angebote?
Claude hat in meinen Tests über ein Jahr den natürlichsten deutschen Business-Ton von allen großen KI-Tools. Wo ChatGPT gerne mal ins Formelle kippt oder übertrieben werbliche Sprache einbaut, liefert Claude konstant einen höflich-professionellen Tonfall, der in Deutschland seriös wirkt.
Wenn du ChatGPT bevorzugst: Die Prompts funktionieren dort in der Regel genauso, eventuell musst du am Ende mehr anpassen. Vergleich: Claude vs. ChatGPT im Detail.
Was du Claude vor jedem Angebot geben solltest
Bevor du auch nur einen der 7 Prompts nutzt, empfehle ich dir, einmal ein Profil deines Unternehmens aufzuschreiben. Das kannst du in jeden Prompt oben reinkopieren — oder in Claude Projects dauerhaft hinterlegen.
Minimal-Profil (5 Zeilen reichen):
Ich bin [Name], [Berufsbezeichnung] mit Fokus auf [Spezialisierung]. Meine Zielgruppe: [Zielgruppe]. Mein Tonfall: [kurz, direkt, höflich-professionell oder ähnlich]. Mein Standard-Leistungsumfang enthält: [z. B. Briefing-Call, Umsetzung, 2 Korrekturschleifen, Abnahme]. Übliche Zahlungsmodalitäten: [z. B. 50 % Anzahlung, Rest nach Abnahme. 14 Tage Zahlungsziel.].
Mit diesem Profil macht Claude deutlich weniger Rückfragen — und die Angebote klingen ab dem ersten Versuch wie du.
Die 7 Prompt-Vorlagen
Prompt 1: Einfaches Dienstleistungsangebot
Einsatz: Freelance-Aufträge, überschaubare Leistung, bekannter Kunde.
Schreibe mir ein professionelles Angebot für folgende Leistung:
Kunde: [Name, Firma, wenn gewünscht Anrede]
Leistung: [Was genau machst du?]
Umfang: [Z. B. Stunden, Tage, Leistungsumfang]
Zeitraum: [Wann wird umgesetzt?]
Preis: [Nettopreis, USt. ausgewiesen]
Besonderheiten: [Z. B. inkl. Korrekturen, ohne Reisekosten]
Ton: höflich-professionell, nicht werblich. Nenne Preis und Zahlungsmodalitäten
klar. Füge Hinweis auf 14 Tage Gültigkeit und Gewährleistung ein.
Länge: 300–400 Wörter, mit Anrede, kurzer Einleitung,
Leistungsbeschreibung, Preisblock, Kontakt-Abschluss.
Beispielausgabe (gekürzt): Eine saubere, strukturierte Seite — schicken, anpassen, fertig.
Prompt 2: Projektangebot mit Meilensteinen
Einsatz: Größere Projekte (> 3 Wochen), bei denen du in Phasen abrechnest.
Erstelle ein strukturiertes Projektangebot für:
Kunde: [Firmenname]
Projekt: [Kurze Beschreibung]
Ausgangssituation beim Kunden: [Warum braucht er das?]
Deine Lösung: [Was machst du konkret?]
Teile das Projekt in 4 Meilensteine mit jeweils:
- Ziel des Meilensteins
- Deliverable (was bekommt der Kunde)
- Dauer
- Anteil am Gesamtpreis
Gesamtkosten: [Summe netto]
Zahlungsplan: 30 % bei Start, 30 % nach Meilenstein 2, 40 % bei Abnahme.
Baue eine Einleitung ein, in der du zeigst, dass du das Problem verstanden hast.
Am Ende: Klarer nächster Schritt (Unterschrift, Kickoff-Termin).
Länge: ca. 700 Wörter.
Profi-Tipp: Claude ist sehr gut darin, die „Ausgangssituation beim Kunden” in eigenen Worten zu reflektieren. Das zeigt dem Kunden, dass du zugehört hast — einer der stärksten Abschlusshebel.
Prompt 3: Festpreis vs. Stundensatz — zwei Varianten
Einsatz: Wenn du dem Kunden eine Wahl geben willst.
Erstelle ein Angebot mit zwei Varianten für folgendes Projekt:
[Projektbeschreibung]
Variante A — Festpreis
- Alle Arbeiten inkl., keine Überraschungen
- Preis: [X €]
- Vorteil: Planbarkeit
Variante B — Stundensatz
- Abrechnung nach Aufwand: [Y €/Stunde]
- Geschätzter Aufwand: [Z Stunden]
- Vorteil: Flexibilität bei Anpassungen
Erkläre die Vor- und Nachteile jeder Variante neutral.
Am Ende eine persönliche Empfehlung je nach Kundensituation.
Ton: beratend, nicht aufdringlich.
Länge: 500 Wörter.
Prompt 4: Follow-Up auf Lead (noch kein konkretes Brief)
Einsatz: Kunde hat angefragt, aber ohne klares Briefing.
Ein potenzieller Kunde hat sich gemeldet und nach [Leistung] gefragt,
ohne viele Details zu nennen. Formuliere mir eine Antwort-E-Mail, die:
1. Kurz Dankt für die Anfrage
2. Mit 3–5 gezielten Fragen die fehlenden Infos einholt
3. Meinen ungefähren Preisrahmen nennt (ohne mich festzulegen)
4. Den nächsten Schritt vorschlägt (Kennlern-Call, grobes Briefing)
Was ich schon weiß: [Was der Kunde bereits verraten hat]
Ton: freundlich, kompetent, keine Drucksituation. Kein Verkaufsgeschwafel.
Länge: 150–200 Wörter.
Prompt 5: Ablehnung mit Alternative
Einsatz: Du willst den Auftrag nicht annehmen (zu klein, passt nicht, ausgelastet), willst aber die Tür offen halten.
Ich möchte einen Auftrag höflich ablehnen. Hintergrund:
[Dein Grund — zu knappes Budget, nicht dein Spezialgebiet, keine Kapazität].
Schreibe eine Absage-E-Mail, die:
- Wertschätzend ist (kein Gefühl, abgewiesen zu werden)
- Klar den Grund nennt (ohne Entschuldigungston)
- Wenn möglich: eine Empfehlung ausspricht (Kollege, Alternative)
- Die Beziehung für die Zukunft offen hält
Ton: professionell und warm. Keine Floskeln.
Länge: 120–180 Wörter.
Prompt 6: Angebot mit Zusatzleistung (Upsell)
Einsatz: Du schlägst neben dem Basis-Auftrag eine Erweiterung vor.
Erstelle ein Angebot mit folgender Struktur:
Haupt-Leistung: [Was der Kunde angefragt hat]
Preis Haupt-Leistung: [X €]
Zusatzempfehlung: [Was zusätzlich Sinn macht]
Warum sinnvoll: [Kurze Begründung aus Kundensicht]
Preis Zusatz: [Y €]
Paketpreis bei gemeinsamer Buchung: [X + Y minus 10 %]
Schreibe die Zusatzempfehlung nicht aggressiv, sondern als
professionellen Hinweis — als würde ein Freund einen Tipp geben.
Am Ende muss der Kunde das Gefühl haben: "Der denkt wirklich mit,
nicht nur an meinen Geldbeutel."
Länge: 400 Wörter.
Prompt 7: Angebots-Nachfass (nach 10 Tagen Funkstille)
Einsatz: Kunde hat sich nach deinem Angebot nicht mehr gemeldet.
Ich habe vor 10 Tagen ein Angebot für [Projekt] an einen Kunden geschickt
und nichts mehr gehört. Schreibe eine freundliche Nachfass-E-Mail, die:
1. Nicht betteln klingt
2. Dem Kunden erleichtert antwortet, auch wenn er absagt
3. Eine kleine Zusatzinfo bietet (Mehrwert)
4. Zu einer klaren Antwort einlädt
Mein Angebot war: [Zusammenfassung Leistung, Preis, Datum].
Ton: entspannt, selbstbewusst, nicht drängend. Zeige, dass du auch
ohne diesen Auftrag klarkommst, aber Interesse hast.
Länge: 100–150 Wörter.
Die häufigsten Fehler bei KI-Angeboten
Fehler 1: Zu viele Marketingfloskeln
Standard-KI schreibt gerne „innovative Lösungen”, „maßgeschneiderte Konzepte”, „zukunftsweisende Technologien”. Kunden merken sofort, dass das kopiert klingt. Gegenmittel: In deinem Profil (siehe oben) „vermeide Marketingfloskeln” klar vorgeben. Oder nach dem ersten Entwurf explizit Claude bitten: „Streiche alle Floskeln und schreibe konkreter.”
Fehler 2: Preis ohne Kontext
Ein Preis allein wirkt teuer. Ein Preis mit klar aufgeschlüsselten Leistungsbausteinen und Zeitrahmen wirkt fair. Claude ist gut darin, Preise in Kontext zu setzen — musst du aber explizit wollen.
Fehler 3: Kein klarer nächster Schritt
„Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung” ist schwach. Besser: „Wenn das Angebot für Sie passt, antworten Sie einfach mit ‚Einverstanden’ — dann starten wir am 6. Mai.” Claude macht das automatisch, wenn du es im Prompt forderst.
Fehler 4: Anonyme Angebote
KI-Standardtexte klingen austauschbar. Füge immer mindestens einen persönlichen Satz ein — etwas, das du nur mit diesem Kunden besprochen hast. Damit hebst du dich sofort von 90 % der Angebote ab.
Rechtliche Mindestangaben in einem Angebot
Ein professionelles Angebot enthält in Deutschland typischerweise:
- Deinen vollständigen Namen und Anschrift (oder Firmenname)
- Leistungsbeschreibung klar und eindeutig
- Preis netto und brutto (bei USt.-pflichtigen)
- Zahlungsmodalitäten (z. B. 14 Tage, Anzahlung ja/nein)
- Gültigkeitsdauer des Angebots (z. B. 14 Tage, 4 Wochen)
- Hinweis zur Gewährleistung oder Leistungsgarantie
Claude kennt diese Grundstruktur und baut sie automatisch ein. Trotzdem: Bei komplexen Projekten, insbesondere mit Haftungsfragen, solltest du einmalig von einem Anwalt eine Musterklausel prüfen lassen und dauerhaft in dein Profil aufnehmen.
So machst du die Prompts noch besser
1. Feintuning durch Beispiele
Gib Claude ein Angebot, das du in der Vergangenheit erfolgreich verschickt hast: „Hier ist ein Beispiel meiner besten Angebote — schreibe zukünftig in diesem Stil.” Claude lernt deinen Ton aus 1–2 Beispielen erstaunlich schnell.
2. Claude Projects nutzen
Statt bei jedem Angebot das Profil neu einzufügen, speichere es in Claude Projects als Kontext. Dann startest du jedes Angebot mit einem einzigen Satz und Claude kennt deinen Stil bereits.
3. Iterativ arbeiten
Nimm den ersten Entwurf nicht wortwörtlich. Sag Claude: „Die Einleitung wirkt zu floskelhaft — schreibe sie persönlicher.” Oder: „Der Preisblock ist zu sperrig — mache ihn übersichtlicher.” In 3 Iterationen hast du ein Angebot, das genau deinen Ton trifft.
Fazit: Angebote sind KI’s Paradedisziplin
Von allen Business-Texten sind Angebote die, bei denen KI am meisten Zeit spart — und wo der Output am schnellsten professionell wird. Wer 10 Angebote/Monat schreibt, gewinnt mit diesen Prompts 5–8 Stunden zurück. Zeit, die du in neue Kunden oder echte Arbeit stecken kannst.
Dein nächster Schritt: Hol dir unser kostenloses 50-Prompts-PDF. Darin sind 10 weitere Angebots-Prompts für spezialisierte Branchen enthalten — IT, Beratung, Design, Handwerk und mehr.
Häufige Fragen zu KI-Prompts für Angebote
Welches KI-Tool ist am besten für Angebote?
Meine Empfehlung ist Claude wegen des natürlicheren deutschen Business-Stils. ChatGPT funktioniert genauso, erfordert aber oft mehr Nachbearbeitung. Claude vs. ChatGPT im Detail.
Darf ich Kundennamen in Claude eingeben?
In Claude Free oder Pro strenggenommen nicht — keine DSGVO-Grundlage ohne AVV. In Claude Team oder Enterprise ja, mit ordnungsgemäßem AVV. Alternative: Im Prompt anonymisieren („Kunde X” statt „Familie Schmidt”) und die echten Daten später manuell einsetzen. Mehr dazu: DSGVO-KI-Tools.
Wie lange dauert ein Angebot mit Claude im Vergleich zu manuell?
Mein Schnitt: 5 Minuten pro Angebot (2 min Prompt, 3 min Anpassung). Manuell waren es früher 30–45 Minuten. Zeitgewinn pro 10 Angebote: ca. 4–6 Stunden.
Muss ich jedes Angebot einzeln gegenprüfen?
Ja. Immer. Claude kann falsche Preise rechnen, Paragrafen erfinden, Kleinigkeiten vergessen. Die letzte Prüfung bleibt immer bei dir — aber sie dauert 2 Minuten statt 30. Mehr zu den Risiken: KI-Halluzinationen erkennen.
Kann ich die Prompts auch für andere KI-Tools nutzen?
Ja. Die Prompts funktionieren auch mit ChatGPT, Gemini und Microsoft Copilot. Du musst eventuell die Ton-Anweisungen etwas anpassen, der Inhalt bleibt gleich.
Sind KI-generierte Angebote rechtlich gültig?
Absolut. Ein Angebot wird dadurch gültig, dass du es versendest — nicht dadurch, wer den Text geschrieben hat. Ob du es selbst tippst, mit Vorlagen baust oder KI-generiert: rechtlich identisch. Wichtig: Du musst jedes Angebot vor dem Versand geprüft und inhaltlich verstanden haben — weil du verantwortlich bist.
Wie baue ich meinen eigenen Stil in die Prompts ein?
Zwei Wege: (1) Das „Minimal-Profil” oben zu Beginn jeden Prompts einfügen. (2) Claude Projects nutzen — ein Projekt anlegen, Profil und 2–3 Beispiel-Angebote als Kontext speichern, und jedes neue Angebot startet bereits mit deinem Stil im Hintergrund. Mehr: Claude Projects als Superkraft.